Magnetresonanztomographie

(MRT)




Magnetresonanztomographische Untersuchungen
Was bedeutet "Magnetresonanztomographie"?
Die Kernspintomographie oder Magnetresonanztomographie (MRT) ist ein aufwendiges Untersuchungsverfahren bei dem nicht mithilfe von Röntgenstrahlen Bilder erzeugt werden, sondern mit Hilfe der Anwendung eines starken Magnetfeldes und Radiowellen.
Der menschliche Körper besteht zum größten Teil aus Wasserstoffatomen, welche normalerweise ungeordnet sind.
Durch das Magnetfeld eines Kernspintomographen werden die Wasserstoffatome in eine bestimmte Richtung ausgelenkt und stehen damit unter einer gewissen "Spannung". Dann lenken die Radiowellen lenken die Atome kurzzeitig aus dieser gezwungenen Position ab. Schaltet man die Radiowellen aus, springen die Atome wieder in die vom Magnetfeld angegebene Richtung zurück und senden dabei ihrerseits schwache Signale, welche mittels hoch empfindlicher Antennen gemessen werden können und mittels eines Computers durch ein sehr komplexes Verfahren in Schnittbilder umgewandelt werden.
In den MRT-Raum dürfen keine metallischen Gegenstände (Schlüssel, Münzen, Haarspangen usw) und keine technischen Geräte (Handy, Fotoapparat usw) mitgenommen werden. Auch Kreditkarten, Versichertenkarten usw dürfen nicht in den MRT-Raum, da sie gelöscht werden könnten.
Wir halten Schließfächer zur sicheren Aufbewahrung für Sie bereit.
Wie hoch ist die Strahlenbelastung?
Bei der Magnetresonanztomographie werden keine Röntgenstrahlen verwendet, daher gibt es für Sie auch keine Strahlenbelastung.
Diese Tatsache macht die MRT zu einem sehr wertvollen Instrument zur Bildgebung bei z.B. Schwangeren und Kindern.
Untersuchungsablauf
Währen der Untersuchung werden Sie in eine 70 cm weite Röhre gebracht, welche sehr gut belüftet ist. Allerdings ist es nicht immer notwendig, mit dem ganzen Körper in das Gerät gelegt zu werden. Je nach Untersuchung sind der Kopf oder die Füße außerhalb der Röhre.
Meist wird um den zu untersuchenden Körperteil eine Antenne (Spule) angebracht, welche die entstehenden Signale aufnimmt und weiterleitet.
Im Laufe der Untersuchung entstehen durch Ein- und Ausschalten der sog. Gradientenspulen laute Geräusche in Form eines Brummens oder Klopfens, daher wird ein Gehörschutz angelegt, über den Sie, auf Wunsch, auch Musik hören können. Außerdem können spürbare Vibrationen entstehen.
Zu jeder Zeit haben Sie Hör- und Sprechkontakt zum Personal.
Während des Brummens des Gerätes werden die einzelnen Messungen durchgeführt. Diese dauern in der Regel jeweils ca. 3 bis 4 Minuten, wonach in einer Pause von wenigen Sekunden bis zu einigen Minuten die gewonnenen Daten berechnet werden.
Eine Messung dauert von wenigen Sekunden bis 6 Minuten. Je nach Anzahl der erforderlichen Messungen dauert eine Untersuchung zwischen 15 und 30 Min.
Wichtig ist, dass Sie während der Messungen ruhig liegen bleiben und sich nicht bewegen, da sich ansonsten Bildunschärfen ergeben und Messungen wiederholt werden müssen.
Sollten Sie zu Platzangst neigen, kann Ihnen ein Beruhigungsmittel gespritzt werden. In einem solchen Fall sollten Sie auf jeden Fall nicht alleine zur Untersuchung kommen, da Sie danach ca. 2 Stunden nicht verkehrstüchtig sind.
Außerdem kann zur Beruhigung eine Begleitperson gefahrlos mit Ihnen in den Untersuchungsraum gehen.
Bei einigen Untersuchungen ist es notwendig, ein Kontrastmittel in eine Armvene zu spritzen. Dieses Kontrastmittel (Gadolinium) ist sehr gut verträglich, sehr selten kann es zu vorübergehender Übelkeit kommen. Außerdem kann dieses Kontrastmittel entgegen den jodhaltigen Kontrastmitteln (welche in der konventionellen Radiologie und der Computertomographie eingesetzt werden) auch bei eingeschränkter Nierenfunktion verabreicht werden. Das Kontrastmittel verteilt sich sehr rasch im Blutkreislauf, ist nicht radioaktiv und wird innerhalb weniger Stunden mit dem Urin vollständig aus Ihrem Körper ausgeschieden.
Kontraindikationen
Da ein Magnetresonanztomograph ein starkes Magnetfeld aufbaut, gibt es bei dieser Untersuchung eine Reihe von Kontraindikationen:
  • Patienten mit einem Herzschrittmacher oder einem ICD-System dürfen nur unter bestimmten Umständen untersucht werden, weil die Elektronik gestört werden kann. Dies erfordert immer eine Einzelfallabschätzung des individuellen Risikos (abhängig von der kardiologischen Vorgeschichte und der geplanten Untersuchungsregion). Wenn der implantierte Herzschrittmacher ein MRT-taugliches Modell ist, kann eine MRT-Untersuchung durchgeführt werden - allerdings muss das implantierte Gerät vor der Untersuchung ab- und danach wieder eingeschaltet werden.
  • Patienten mit Metallsplittern oder auch Gefäß-Clips in ungünstiger Lage (z.B. in Auge oder Gehirn) dürfen nicht untersucht werden, weil diese Objekte durch das Magnetfeld bewegt werden könnten und benachbartes Gewebe verletzt werden könnte
  • Cochlea-Implantate (implantierte Hörgeräte) können eine Kontraindikation darstellen: Es muss im Einzelfall geprüft werden, ob der Hersteller das jeweilige Modell für die Einbringung in ein MRT-Gerät freigegeben hat.
  • Implantierte Insulinpumpen, da deren Funktion gestört werden kann
  • Mechanische Herzklappen: Es muss geprüft werden, ob die eingesetzte Platte MRT-tauglich ist
  • Große metallische Implantate (z.B. Prothesen) sind heutzutage meist MRT-tauglich. Ältere Implantaten können eine Kontraindikation darstellen


Im Einzelfall können bestimmte Umstände eine MRT-Untersuchung unmöglich machen:
  • Klaustrophobie (Platzangst): Manche Menschen haben Angst in engen Räumen. In vielen Fällen ist die Untersuchung trotzdem möglich, da unsere Geräte weite Öffnungen haben und bei einer Vielzahl von Untersuchungen der Kopf nicht mit in die Röhre eingebracht werden muss. Auf Wunsch kann vor der Untersuchung auch ein leichtes Beruhigungsmittel verabreicht werden.
  • Schwangere: Im ersten Drittel der Schwangerschaft wird eine MRT nur unter strenger Prüfung der Fragestellung durchgeführt - allerdings ist dies eine reine Vorsichtsmaßnahme, da in Tierversuchen keine Schädigung von Embryonen nachgewiesen wurde. Eine Kontrastmittelgabe wird bei Schwangeren nur bei zwingender Indikation durchgeführt, wobei laut aktueller Studienlage eine Schädigung des Babys nicht zu befürchten ist.
  • Stillzeit: Auch in der Stillzeit wird möglichst auf eine Kontrastmittelgabe verzichtet. Muss zwingend Kontrastmittel gegeben werden, kann normal weiter gestillt werden, ein Abpumpen und Verwerfen der Muttermilch nicht nötig ist.
  • Prothesen / Piercings: Metallische Objekte in direkter Nachbarschaft zum Untersuchungsgebiet verursachen starke Bildartefakte, die ein Beurteilbarkeit deutlich einschränken können.
  • Tätowierungen: Große Tätowierungen mit flächigem Schwarz-Anteil (vor allem schleifenenförmige) können wegen der enthaltenen metallischen Pigmente zu Verbrennungen führen. Daher sollten sich diese nicht in direkter Nähe zum Untersuchungsgebiet befinden. Ungefährlich ist z.B. eine Tätowierung am Unterschenkel bei einer Untersuchung des Kopfes.