Röntgen



Bei einer Radiographie ("konventionelles" Röntgen) werden Bereiche des Körpers mit Röntgenstrahlen durchstrahlt. Die je nach Körpergewebe unterschiedlich geschwächten Röntgenstrahlen werden mit einer Detektorplatte registriert, die unterschiedliche Schwächung wird als Graustufenbild sichtbar gemacht.

Lunge / Brustkorb


Die Röntgenuntersuchung der Lunge ist eine schnell durchführbare wichtige Basis-Untersuchung der Lunge und des Brustkorbes, welche sehr wenig Röntgenstrahlung benötigt - ca 0,2 mSv (im Vergleich dazu beträgt die jährliche Strahlenexposition durch die Umwelt etwa 4-5 mSv).
Die Untersuchung wird meistens in 1 oder 2 Ebenen durchgeführt – mit Aufnahmen von vorne und von der Seite. Während die Aufnahmen angefertigt werden, ist es sehr wichtig, still zu halten und in tiefer Einatmung die Luft anzuhalten (dauert nur einige Sekunden). Rippen werden bei Bedarf mittels spezieller Schrägaufnahmen abgebildet. Manchmal muss die Untersuchung durch eine Durchleuchtungsuntersuchung ergänzt werden.

Indikationen (es werden nur die wichtigsten angegeben):
  • Verdacht auf Lungenentzündung
  • Luftnot
  • Schmerzen im Brustkorb
  • nach einem Unfall zum Ausschluss von Komplikationen wie Rippenbrüchen, Pneumothorax (Luft zwischen der Lunge und dem Rippenfell)
  • Verdacht auf Herzinsuffizienz
  • Verdacht auf verschlucktem oder eingeatmeten Fremdkörper (hauptsächlich bei Kindern)
  • Vor geplanter Operation zum Ausschluss ernsthafter Herz- oder Lungenveränderungen
  • Chronischer oder akuter Husten mit oder ohne Blutspucken


Manchmal muss ein unklarer Befund im Röntgen mit Hilfe einer anderen Untersuchung wie die Computertomographie der Lunge weiter untersucht werden.
Keine Indikation für ein Röntgen der Lunge ist der Verdacht einer Lungenembolie. In diesem Fall muss sofort eine Computertomographie erfolgen.

Knochen



Aufnahmen der Knochen und Gelenke werden typischerweise nach einem Unfall angefertigt oder wenn unklare Schmerzen der Glieder oder des Rückens vorliegen.
Meistens werden Aufnahmen in 2 Ebenen, von vorne und seitlich, angefertigt. Einige Gelenke wie Hüftgelenke oder Schultergelenke erfordern spezielle Schrägaufnahmen.
Nach Knochenbrüchen ist es oftmals nötig, mehrere Verlaufskontrollen in 2 - 4 - 8 Wochen durchzuführen, um den Heilungsprozess zu verfolgen.
In einigen Fällen müssen zur Klärung der Beschwerden nach einer Röntgenuntersuchung noch weitere Untersuchungen wie CT oder MRT erfolgen.
Die Röntgenuntersuchung des Schädels nach einem Unfall ist seit einigen Jahren nicht mehr erlaubt, da Forschungen ergeben haben, dass wichtige Veränderungen wie Hirnblutung oder Hirnschwellung damit nicht zu erkennen sind, und dadurch eine falsche Sicherheit entsteht. Nach Schädelverletzungen muss sofort eine Schnittbildgebung (meist eine CT) des Kopfes angefertigt werden.

Durchleuchtung


Bei Durchleuchtungsuntersuchungen können Organe mit oder ohne Kontrastmittel "live" auf einem Monitor betrachtet werden. Gerade wegen der Möglichkeit, die Bewegung von Kontrastmittel oder auch der Knochen zu beurteilen, macht die Durchleuchtungsuntersuchung bei einigen Fragestellungen zu einem wertvollen Diagnoseinstrument.
Beispiele sind Kontrastmitteluntersuchungen des Dickdarmes oder Untersuchungen des Schluckakts und der Speiseröhre.