Mammographie



Die Mammographie ist eine Röntgen-Untersuchung, die der Früherkennung von Brustkrebs dient. Brustkrebs ist in Deutschland die häufigste Krebserkankung der Frauen: Nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums sind in Deutschland 2008 über 70.000 Frauen an Brustkrebs erkrankt. Auch Männer können in seltenen Fällen Brustkrebs entwickeln.
Mit Hilfe der Mammographie kann ein Tumor entdeckt werden, bevor er als Knoten tastbar ist, in einem solchen frühen Stadium ist eine Heilung häufig noch möglich. Auch Vorstadien von Brustkrebs können als kleine Inseln von Kalkablagerungen mit der Mammographie gut erkannt werden.

Wichtige Voraussetzung für die Erkennung krankhafter Befunde ist unter anderem eine hochwertige technische Ausstattung. In unserer Praxis werden die Aufnahmen mittels eines Speicherfoliensystems digital erstellt und gespeichert, sodass sie jederzeit als Filmausdrucke oder im Computer zur Verfügung stehen.


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Genauso wesentlich ist eine hohe Qualifikation des technischen Personals (MTRA) und des befundenden Arztes.
Seit 2009 ist unsere Praxis im Rahmen der TÜV-Zertifizierung der GRN-Kliniken Schwetzingen/Sinsheim zum Brustzentrum als radiologischer Partner mitzertifiziert.
Sowohl die MTRAs (medizinisch technische Radiologieassistentin) als auch die Ärzte sind speziell in der Durchführung bzw. Befundung von Mammographieaufnahmen geschult und bilden sich jährlich weiter fort.
Fragestellungen
Die Mammographie wird seit einigen Jahren als Reihenuntersuchung Frauen zwischen 50 und 69 Jahren in 2-jährigen Abstand angeboten – diese Maßnahme wird Screening genannt und in speziellen Einrichtungen durchgeführt. Da es sich beim Screening um eine Reihenuntersuchung handelt, erfolgt kein Arztgespräch und auch keine körperliche Untersuchung durch einen Arzt. Nachdem die Aufnahmen angefertigt sind, werden sie innerhalb von 6 Wochen von 2 Ärzten befundet, das Ergebnis wird erhält die Frau mit der Post. Frauen, die für das Screening infrage kommen, bekommen regelmäßig Einladungen für die Untersuchung.
In unserer Praxis erfolgt kein Screening.

Wir führen die „kurative Mammographie“ durch, also die Untersuchung im Falle von Beschwerden (zum Beispiel Schmerzen in der Brust, eine unklare wiederkehrende Entzündung, Ausfluss aus der Brustwarze oder tastbare Knoten). In diesen Fällen kann die Mammographie außerhalb des Screening-Programms zu jedem nötigen Zeitpunkt erfolgen.
Auch die Untersuchung bei erhöhtem familiären Risiko (wenn eine oder mehrere Verwandte 1. Grades im Alter unter 50 Jahren an Brustkrebs erkrankt sind) oder Kontrolluntersuchungen nach OP von Brustkrebs erfolgen außerhalb der Screening-Einrichtungen und können in unserer Praxis durchgeführt werden.

Die Aufnahmen werden getrennt von 2 erfahrenen, speziell trainierten Radiologen unserer Praxis befundet (Doppelbefundung), dadurch erhöht sich die Sicherheit einer korrekten Diagnose. Wir führen immer auch eine körperliche Untersuchung durch (die Brust wird vom untersuchenden Arzt getastet) und bei Bedarf eine ergänzende Ultraschall-Untersuchung der Brust. Der vorläufige Befund wird Ihnen sofort mündlich mitgeteilt, der endgültige Befund wird nach der Doppelbefundung ein paar Tage später Ihrem überweisenden Arzt zugeschickt.
Für diese ganzheitliche Untersuchung der Brust in unserem Brustzentrum benötigen Sie im Gegensatz zum Screening stets eine Überweisung durch Ihren Frauenarzt oder Hausarzt.

Falls die Untersuchung einen verdächtigen Befund ergibt, kann nach Rücksprache mit Ihrem Frauenarzt innerhalb kürzester Zeit entweder in unserer Praxis oder in der Gynäkologischen Klinik des Krankenhauses Schwetzingen eine sonographisch gesteuerte Gewebeprobe erfolgen.
Bestätigt die Gewebeprobe den Krebs-Verdacht, können selbstverständlich alle weiteren nötigen Untersuchungen zur Vorbereitung einer OP und zur Festlegung der weiteren Behandlung zeitnah bei uns erfolgen (zum Beispiel ein Skelettszintigramm, eine Drahtmarkierung oder eine Lymphabflußszintigraphie)
Kontrastmittel
Eine Kontrastmittelgabe ist für die Mammographie nicht notwendig.
Bei Sekretion aus der Brustwarze (Ausfluss) kann eine Spezialuntersuchung, die „Galaktographie“ durchgeführt werden, welche die Gabe eines Kontrastmittels erfordert.
Vorbereitung
Idealerweise sollte die Untersuchung am 7-10 Tag nach Beginn der Periode erfolgen. In dieser Phase ist die Untersuchung weniger unangenehm, da die Brust weicher ist und weniger Wassereinlagerungen hat. Dadurch ist auch die benötigte Strahlendosis geringer.
Wenn Sie jedoch Beschwerden haben oder einen Knoten getastet haben, können wir die Untersuchung selbstverständlich zeitnah in jeder Phase des Menstruationszyklus durchführen.
Falls Sie sich wegen des Termins der Untersuchung unsicher sind, fragen Sie uns – wir beraten Sie gerne.

Am Tag der Untersuchung sollten Sie auf ein Deo und das Pudern der Achselhöhle und der Brust verzichten. Bitte tragen Sie keine Bodylotion oder sonstige Cremes auf.
Strahlenbelastung
Die Menge der benötigten Strahlung ist von der Größe und Beschaffenheit der Brust abhängig. Da die Brust aus Weichteilgeweben mit ähnlicher Dichte besteht (Drüsengewebe, Fettgewebe, Bindegewebe) muss zur Bilderstellung eine andere Strahlung verwendet werden als bei Aufnahmen von Knochen – sogenannte weiche Strahlung mit einer Energie von 25-35 keV.
Bei 2 Aufnahmen wird bei einer durchschnittlich großen Brust eine Dosis von 2,5 mGy appliziert.
Große Studien in Nordamerika, den skandinavischen Ländern und den Niederlanden haben gezeigt, dass durch regelmäßige Mammographien die Sterblichkeitsrate infolge von Brustkrebs um etwa 30% gesenkt werden konnte. Dahingegen erhöht sich durch die Strahlenexposition bei wiederholten Untersuchungen das „Risiko“ einer Brustkrebserkrankung von 10% auf 10,2%.
Somit ist der Nutzen der Untersuchung deutlich größer als das Risiko der - sehr geringen - Strahlenexposition.
Kontraindikationen
Absolute Kontraindikationen gibt es bei dieser Untersuchung nicht. Vor dem 30. Jebensjahr sollte eine Mammographie nur bei strengster Indikationsstellung angefertigt werden. In der Regel wird in diesen Fällen zuerst eine Ultraschalluntersuchung der Brust durchgeführt.
Da die meisten Silikonimplantate hinter dem Brustmuskel (M. pectoralis) eingesetzt werden, kann auch nach einer Vergrößerungsoperation eine Mammographie durchgeführt werden, ohne das Implantat zu beschädigen.